27 O 886/09 - 02.02.2010 - So ticken die Richter - Vorwurf des Schmuggelns ist nicht ehrenrührig

Aus Buskeismus

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[bearbeiten] Corpus Delicti

Nicole Glocke Tochter des vom Überläufer Werner Stiller verratenen Stasi-Agenten Karl-Heinz Glocke schreibt als betroffene Tochter Bücher über die Tätigkeit der Stasi-Hauptverwaltung Aufklärung.

Sie weiß, dass ihr Vater auch ein „Romeo“ war, dass ihre Mutter nichts von der Agententätigkeit und den "Romeo"-Ausflügen ihres Mannes wusste.

Nicole Glocke trifft sich seit 2004 mehrmals mit Markus Wolf und versteht nicht, dass auch diese Treffen die Fortsetzung seines Lebenswerkes sind: Intrigen, Missbrauch, Zersetzung im Namen des Sozialismus nach der von ihm entwickelten „Theorie der Macht“.

Markus Wolf versuchte 1978 mich, Rolf Schälike, als Spitzel gegen Robert Havemann umzufunktionieren. Das gelang ihm nicht.

Bei Nicole Glocke hat Markus Wolf sein Ziel post mortem erreicht. Nicole Glocke beschreibt und verrät dies sogar: "Nur einmal, am Ende des Gesprächs [mit Markus Wolf], verrieten seine Augen für den Bruchteil einer Sekunde eine kokett-bedrohliche Gefährlichkeit, als er mir sagte, dass er mir im Kalten Krieg einen Romeo geschickt hätte, um mich anzuwerben."

Feine Verleumdungen, Gelogenes, vermischt mit kranken Phantasien auf mehr als 30 Seiten über Robert Havemann im Buch »In den Fängen von StB, MfS und CIA. Das Leben und Leiden des Eugen Mühlfeit«.

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Rolf Schälike im Gespräch mit Markus Wolf
September 2006

Robert Havemann hat angeblich Bilder von tschechischen Dissidenten geschmuggelt, mit Wissen und unter den Augen der Stasi.

Robert Havemann führte ein doppeltes Leben, denn keiner seiner Mitstreiter hat etwas davon gewusst, nicht mitbekommen, was Prof. Havemann so nebenbei über Jahre trieb. Nicht einmal seine Ehefrau Katja Havemann bekam das mit, weil sie sich nur um Getränke, Brötchen und Kuchen für die geheimnisvollen Gäste dieses mutigen Dissedenten kümmerte.

Suggeriert wird dieser Unsinn von Mühlfeit, einen Menschen, der unbestritten sowie für die östlichen als auch für die westlichen Geheimdienste tätig war. Ins Buch aufgenommen und in die Welt gesetzt hat diese krankhaften Phantasien Nicole Glocke, einer Frau, welche mit dem Verrat ihres Vaters an seinen Freunden, seiner Ehefrau und seiner Tochter nicht fertig geworden ist, und vorgibt, dafür eine Erklärung zu suchen, und mit dem Buch beweist, dass sie dazu nicht fähig ist.

Das Buch setzt den Verrat, Denunziation, Intrigen, Lügen, Verdächtigungen, Wahrheitsverdrehungen - Grundlagen jeder Geheimdiesnttätigkeit - fort, macht das offen und ist damit noch gefährlicher als die verdeckte Tätigkleit von Geheimdiensten.

Katja Havemann musste dagegen klagen.

Dem auf Seriösität bedachten Lukas Verlag und seinem Besitzer, Herrn Dr. Frank Böttcher empfehlen wir das Lügenwerk sofort aus dem Verkehr zu ziehen, zwecks Schadensbegrenzung sich von seiner Autorin Nicole Glocke zu trennen und die Kosten des Rechtsstreits zu übernehmen.

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Inhaltsverzeichnis

BUSKEISMUS


Bericht

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[bearbeiten] Katja Havemann vs. Nicole Glocke, Verleger Frank Böttcher, Eugen Mühlfeit

21.01.2010: LG Berlin 27 O 938/09

[bearbeiten] Richter

Vorsitzender Richter am Landgericht: Herr Michael Mauck
Richterin am Landgericht: Frau Wiebke Hückstädt-Sourial
Richterin am Landgericht: Frau Kuhnert

[bearbeiten] Die Parteien

Klägerseite: Kanzlei Hertin Anwaltssozietät; Rechtsanwalr Prof. Dr. Hertin, Katja Havemann in Person
Beklagtenseite: Kanzlei Michael Maaser & Ralf Müller–Amenitsch; Rechtsanwalt Dr. Niels Kolle für Nicole Glocke und Verleger Böttcher, Rechtsanwalt Rals Müller-Amenitsch als gesetzlicher Vertreter von Eugen Mühlfeit

[bearbeiten] Notizen der Pseudoöffentlichkeit

21.10.2010: Berichterstatter der Pseudoöffentlichkeit: Rolf Schälike


Vorsitzender Richter Herr Michael Mauck: .Wir haben über eine Unterlassungsklage zu entscheiden. Es gibt formelle Fragen. Aktivlegitimation. Es klagt die Witwe. Aktivlegitimiert ist sie. Dauer des Rechtsstreits …. Die Klage gegen Mühlfeit soll abgetrennt werden. Sehe keinen Grund für eine Abtrennung, weil es keine persönlichen Zeugen gibt. Es geth um die Frage der Menschenwürde eines Verstorbenen. Das geht. Aber Robert Havemann wird nichts Ehrenrühriges vorgeworfen. Die Werke der Künstler sollen zu einen zu geringen Preis verkauft worden sein. Na und? Es nimmt doch kein Mensch an, dass das Schmuggeln zur Unterstützung von Dissidenten ehrenrührig ist, auch wenn das gegen die DDR-Gesetze war.

Bemerkung der Pseudoöffentlichkeit: Meint der Richter Michael Mauck tatsächlich, dass ein Verstoß gegen die DDR-Gesetze, was Schmuggel betrifft, nichts Ehrenrühriges ist, wenn dagegen verstoßen wird? Wie sieht Richter Mauck Verstöße gegen Zollgesetze in fremden Ländern? Man darf diese Verstöße unterstützen, wenn diese einer guten Sache dienen? Wenn Vietnamesen bei uns mit Zugaretten schmuggeln, um Landsleute im Kampf gegen das kommunistische System in Vietnam zu untetrstützen, dann dürfen die das, weil es nicht ehrenrührig ist? Sind sie Dissedenten? Dürfen Menschen im Ausland unsere Zollgesetze umgehen, Diamanten schmuggeln, um mit dem Euro ihren Kampf gegen die Korruption im eigenen Land zu führen? Würde Richter Mauck das ebenfalls so sehen, und Zollverstöße gutheißen, wenn diese zur Finanzierung von Widerstand und unanhängiger Entwicklung und zum Schutz der Menschenwürde dienen? Dürfen wir mit Verweis auf Richter Mauck zum Schmuggeln für eine gute Sache werben? Darf man Robert Havemann auch Mordpläne gegen die Politibüro-Mirglieder unterjubeln, weil es nicht ehrenrührig ist, Verbrecher zu morden?

Vorsitzender Richter Herr Michael Mauck: Das passierte vor den Augen der MfS-Leute, dieser Transfer, vor ihren Augen ist das geschehen. Eine Verletzung der Menschenwürde sehen wir bei dieser Sache nicht, auch wenn es so nicht stimmt. Robert Havemann ist so bekannt. Ihre Berechtigung zu klagen und sich zu empören, ist verständlich. Es fehlt jedoch die nötige Schwere. Wir haben Zweifel, gewisse Zweifel. Ich wollte fragen, gibt es keine Möglichkeit der gütlichen Einigung? Ob man sich in der Villa von Robert Havemann getroffen hat, oder woanders. Es bleibt, dass etwas gelaufen ist. Sie können gern das Wort erhalten. Haben Sie eine Idee zur gütlichen Einigung? In welcher Auflagenhöhe ist das Buch erschienen?

Beklagtenanwalt Dr. Niels Kolle: 1000 ist die Auflage, 188 im März …

Vorsitzender Richter Herr Michael Mauck: Man kann sich überlegen, dass man in der Neuauflage etwas macht.

Beklagtenanwalt Dr. Niels Kolle: Wenn es diese noch gibt.

Klägerinanwalt Prof. Hertin: Die Menschenwürde ist zu sehen von der Sicht der zeithistorischen Bedeutung. Robert Havemann ist der Regimekritiker. Wenn behauptet wird, dass die Stasi ihn Schritt auf Schritt beobachtet hat, dann folgt darauf, dass er mit Kenntnis und Wollen der Stasi geschmuggelt hat. Auch das Geld hat er mit Kenntnis und dem Wissen der Stasi entgegengenommen. Das verzerrt das Bild … das Lebensbild wird diskreditiert. Vermisse das bei der Kammer. Ich vermisse [das geschichtliche Bewusstsein]. Wenn Sie wissen, wie die Stasi ihn beobachtet hat. Akten füllen ganze Schränke. Jetzt behauptet jemand was Falsches. Er schmuggelte und wickelte es ab über Havemann. Es ist vielleicht eine solche Westsicht. Hier sitzen einige im Raum, für die das unerträglich ist, auch wenn Sie es [Herr Mauck] es nicht verstehen, dass es unerträglich ist. Dann kann jeder kommen und Beliebiges behaupten. War ja nicht schlimm. Darum geht es gar nicht. Es geht um eine Unterstellung der Zusammenarbeit mit den Bewachern. Jeder Schritt wurde beobachtet. Zweieinhalb Jahre lang. Alles wurde genau beobachtet. Würde bitten, darüber nachzudenken. Jeder würde sagen, es ist skandalös. Wissenschaft, Geschichtsforchung, die Zeitgeschichte darf nicht so abgehandelt werden.

Vorsitzender Richter Herr Michael Mauck: Ja.

Beklagtenanwalt Ralf Müller-Amenitsch: Habe westdeutsche Assoziationen. Es ist nur eine mögliche Assoziation. Sehe das auch so. Da mein Mandant Herr Mühlfeit unter dem Prozess leidet, ... Er hat einen Herzinfarkt gehabt.

Klägerinanwalt Prof. Hertin: Es ist klar. Es kann nur eine Unterlassungsverpflichtungserklärung geben. Zu den Assoziationen ... Robert Havemann ... beweisen.

Beklagtenanwalt Ralf Müller-Amenitsch: Mit Widerruf, dass wir nicht weiter aufrecht erhalten. Mein Mandant kämpft auch um seine Lebens- und Leidensgeschichte.

Beklagtenanwalt Dr. Niels Kolle: Im Buch sind es 15 Seiten zu Havemann. ... An keiner Stelle steht, dass er mit der Stasi zusammengearbeitet hat. Die Autorin hat selber die Lebensgeschichte von Eugen Mühlfeit aufgeschrieben. Sie hat 400 Seiten Akten studiert. Sie kann selbst kein Tschechisch. Sie hat Frau Havemann angerufen, ob das stimmen kann oder nicht. Frau Havemann hat das bestritten. Die Autorin kann darüber hinaus nicht viel betreiben.

Bemerkung der Pseudoöffentlichkeit: Wieso nicht? Wenn Frau Havemann das bestreitet und begründet, dann kann, muss die Autorin, wenn sie professionell und korrekt arbeiten möchte, weiter recherchieren, und wird feststellen müssen, dass es keine unbeobachtete, keine nicht erfasste Stunde, Minute von Robert Havemann gab. Es gab bei Robert Havemann während des Hausarrests von 1976 bis Mai 1979 keine Besuche. Eugen Mühlfeit hat angeblich im Januar 1979 das erste mal bei Robert Havermann übernachtet, und bis zum Ende des Hausarrests am 5. Mai 1979 sogar noch mehrmals. Wollte man in dieser Hausarrestzeit Robert Havemann besuchen, wurde man abgefangen, und zum Verhör in den Nachbarort dafür extra eigerichtete Stasi-Zentrale gefahren. Das allein müsste Grund genug für die Autorin gewesen sein, an ihren „Recherchen“ zu zweifeln.

Bei Mauck wissen wir, das er die zu verhandelnden Bücher nicht liest. Bücher bzw. Passagen in den Büchern gern verbietet, ohne sich in die Sachmaterie hineinzufitzen. Selten weist Richter Mauck Verbotsanträge zu Büchern zurück. Ist das Buch überhaupt der Kammer zur Verfügung gestellt worden? Wer hat es von den Richtern gelesen?

Beklagtenanwalt Dr. Niels Kolle legt Unsinniges dar: Hat … Wenn ich Biografien schreibe, stehe ich natürlich auf der Seite desjenigen, über den man schreibt?

Bemerkung der Pseudoöffentlichkeit: Arbeiten so Autoren mit Anspruch auf historische Wahrheit? Außerdem irrt Herr Rechtsanwalt Dr. Niels Kolle. Es gibt genug Rechtsstreite zwischen Biografen und ihren "Helden", auch wenn die Biografen ihre "Helden" kennen und interviewt haben. Wir erinnern den Anwalt lediglich an den Autor Jürgen Grässlin und die vielen Rechtsreiter unsrere Wirtaschaftsmanager.

Klägerinanwalt Prof. Hertin: Frau Havemann möchte etwas sagen.

Katja Havemann: Als ich das Buch zur Kenntnis bekam und las, war ich eigentlich empört. Ich kannte Frau Glocke nur am Telefon. Sie fragte, kann es sein, dass Havemann am Bildtransfer beteiligt war. Ich sagte, das konnte nicht sein, schon wegen unserer Lebenssituation. Das angebliche Beweisdokument stimmt nicht. Ein mögliches zufälliges Treffen mit Mühlfeit am 06.01.1979 fand nicht im Hause von Havemann statt, auch nicht mit Robert Havemann. Es war in einer Villa von Freunden in Berlin-Pankow. Es konnte zufällig gewesen sein, dass Herr Mühlfeit dort war als ich auch dort hinging. Ich hatte ihn nicht wahrgenommen und mit ihm auch nicht gesprochen. Von dieser Möglichkeit weiß ich aus unseren Stasiakten. Mühlfeit erfuhr später, dass ich das war, und hat anschließned alles aufgebauscht, was für Beziehungen er zu Robert Havemann hat. Ich habe meiner Empörung Luft gemacht. Das Buch erhielt eine Förderung. Es hatte aber niemand von den Förderern gelesen. Mühlfeit ist eine Person, der geglaubt wird, der offensichtlich überhaupt nicht wusste, mit welchen Sachen sich mein Mann beschäftigt hat, geistig, publizistisch, politisch. Ich kann belegen, dass es keine Handlungen dieser Art gab. Diese Aktivitäten hätte mein Mann gar nicht physisch bewerkstelligen können. Herr Mühlfeit hätte gar nicht in das Haus in Grünheide gelangen können. Es wurde rund um die Uhr bewacht. Im Haus gibt es ein Kinderzimmer. Das war der einzige Raum, in dem Besuch gelegentlich schlafen konnte. Mühlfeit hat auch nicht zwanzig Mal bei uns nach dem Hausarrest übernachtet. Das kann ich alles belegen. Angeblich hatte Mühlfeit 30.000 Mark zu Robert Havemann nach Grünheide gebracht. Was will dieser Mann damit sagen? Will er von mir 30.000 Mark? Letztendlich möchte ich sagen, dass die Empörung dazu geführt hat, dass der Arbeitsstil von Frau Glocke unter die Lupe genommen wird. Der Historiker Herr M. hat alle Unterlagen, die Frau Glocke zur Verfügung standen, zu sich kommen lassen. Mit Verlaub, es wurde festgestellt, dass nicht nur die Havemann-Geschichte nicht stimmt, sondern die gesamte Geschichte des angeblichen Dissidenten Mühlfeit durch nichts, auch gar nichts zu belegen ist. Herr Mühlfeit ist früh erkrankt an Schizophrenie. Er ist nie wegen Spionage, sondern wegen Schmuggeln verurteilt gewesen. Dr. M. hat das Dokument als Fälschung nachgewiesen. Er hat mich auch ausdrücklich autorisiert, dass ich darüber an dieser Stelle berichte. Sie können mich alles fragen.

Richter Mauck hat keine Fragen.

Klägerinanwalt Prof. Hertin: Habe eine Frage. Hat Ihr Mann Geld für Bilder empfangen?

Katja Havemann: Nein, mit den Bildern hat er nichts zu tun gehabt, hat auch kein Geld empfangen. ... Nicht nur in meinen Augen, auch in den Augen aller Weggefährten soll das Bild entstehen, dass mein Mann ein doppeltes Leben führte. Er hätte sich nur anscheinend für die Meinungs- und Publikationsfreiheit eingesetzt, dafür eingesetzt, dass seine Werke in der BRD publiziert werden. Er hat sich angeblich nur zum Schein für Rudolph Bahro eingesetzt. In Wirklichkeit hat er angbelich nur Geschäfte gemacht. Frau Glocke hat mich gefragt, hat Herr Havemann an diesen Bildergeschäften verdient? Das Buch unterstellt, dass Herr Havemann ein doppeltes Leben geführt hat, dass er ein Deal mit der Stasi hatte. Mein Mann kannte niemanden aus Prag. Mein Mann hatte keinen Briefwechsel mit Alexander Dubcek. Mein Mann hat angeblich Herrn Mühlfeit einen Brief von Alexander Dubcek geschenkt. Das wäre ein historisches Dokument, hätte mein Mann niemals verschenkt. Es gab keinen persönlichen Kontakt zwischen Herrn Mühlfeit und meinem Mann. Da kommt jemand mit einer solchen Geschichte.

Klägerinanwalt Prof. Hertin: Es ist eine grobe Verzerrung des Bildes. Sie [Herr Mauck] sagen, nicht ehrenrührig ...

Vorsitzender Richter Herr Michael Mauck: Ja.

Klägerinanwalt Prof. Hertin: Er soll zusammengearbeitet haben mit seinen Bewachern. Dazu muss man erstmal in der Lage sein. ...

Nicole Glocke: Möchte sagen, ich habe Sie damals nicht gefragt, ob Ihr Mann an den Bildergeschäften verdient hat. Grundsätzlich möchte ich sagen, es gibt keinen Grund an der Glaubwürdigkeit von Herrn Mühlfeit zu zweifeln. Herr Mühlfeit ist sehr gebildet, sehr ..., sehr ... . Herr … hat intern mit Herrn Gauss über die Freiheit der Gesellschaft gesprochen. Gauss sagte: Es herrscht um so mehr Freiheit, desto weniger Lippenbekenntnisse man abgeben muss. In dem Buch muss man sehr wenig Lippenbekenntnisse abgeben. Heute muss man aber mehr Lippenbekenntnisse abgeben als in der DDR. Wir haben uns gegen die Mehrheit gestellt, gegen Sie Frau Havemann und ihre Gruppe, gegen die Birthlerbehörde und den Springer. Heute hat meine Mutter den 75. Geburtstag. Wäre lieber bei meiner Mutter gewesen, wären diese Hetze, diese Diffamierungen nicht. Es gibt Menschen, die definieren wollen, was die Wahrheit ist. Mühlfeit hat die Wahrheit erzählt. Das will man ihm verbieten. Dann würden in Zukunft Autoren nie mehr zitieren dürfen. Ich hatte Ihre Frau Havemann Stellungnahme eingeholt.

Vorsitzender Richter Herr Michael Mauck: Falsche Tatsachenbehauptungen darf man nicht aufstellen. Wird Havemann beleidigt, darf das nicht veröffentlicht und verbreitet werden.

Klägerinanwalt Prof. Hertin: Wenn es um die Wahrheit geht, darf man das Gericht darauf hinweisen, dass dann auch die Verbreitung der Unwahrheit untersagt werden kann. Die Kammer zögert zur Wahrheitsfindung zu kommen.

Beklagtenanwalt Ralf Müller-Amenitsch: Mühlfeits Krankheitsbild stimmt nicht. ... Er hat sich aufgeregt … 80 … Es sei alles ersponnen, stimmt nicht. Er ist ein Mensch, der enorm gelitten hat.

Klägerinanwalt Prof. Hertin: Wie froh wäre ich, wenn nach der Wahrheit gesucht worden wäre. Herr Professor Baumgartner müsste es wissen. Er war in das Bildgeschäft verwickelt. Wo ist das Problem? Es kann sagen, war Havemann involviert oder nicht. Was Dritte im Prozess sagen, ist ja ganz ehrenhaft. Wo ist die Tangierung?

Vorsitzender Richter Herr Michael Mauck: Darüber müssen wir nachdenken.

Vorsitzender Richter Herr Michael Mauck diktiert zu Protokoll: Der benannte Zeuge, Axel ...

Prof. Baumgartner aus der Zuschauerreihe: Ich heiße Alex.

Vorsitzender Richter Herr Michael Mauck diktiert zu Protokoll: ... Alex Baumgartner hält sich als Mithörer im Saal auf. Das ist die Klippe, um die Übersicht zu haben. Dann fragt man sich, wer beweispflichtig ist. Die eidesstattliche Versicherung können wir nicht verwenden. Die Sach- und Rechtslage wurde erörtert. Nehmen wir die Anträge auf. Wir beraten und entscheiden am Schluss der Sitzung.

Bemerkung der Pseudoöffentlichkeit: Weshalb hat Richter Michael Mauck den Zeugen nicht befragt? Der Professor hatte keinen Grund sich zu verstecken, aber gute Gründe, sich gegen die Räuberpistolen in dem fraglichen und fragwürdigen Buch zu wehren. Er hatte damals allen Anlass zur Vorsicht, kaufte in Prag also beim staatlichen Kunsthandel, versteuerte seine Umsätze und hat bestenfalls Spenden an dissidentische Künstler geschickt. Dazu brauchte es keinen Mühlfeit ... und auch keinen Havemann.

Vorsitzender Richter Herr Michael Mauck am Schluss der Sitzung: Der Klage wird zurückgewiesen.

Urteil Landgericht Belin 27 O 938/09 vom 02.02.2010

[bearbeiten] Was sagt uns das Urteil?

Urteil Landgericht Belin 27 O 938/09 vom 02.02.2010

Mit der freien und unabhängigen Entscheidung des Richters Michael Mauck obsiegte wieder einmal die juristische Wahrheit, diesmal sehr weit entfernt von der materiellen Wahrheit.

Es mag wahr sein, dass Schmuggeln wirklich nichts ehrenrühriges für den Richter Mauck ist, genauso wie dür den Journalisten Thomas Moser, welcher mich noch vor Beginn der Verhandlung darauf hinwies, dass Schmuggeln mit dem Ziel, Dissidenten zu helfen, nichts Ehrenrühriges sei, und es deswegen nicht auf die Wahrheit ankommt.

Neu war, das Richter Mauck die Wahrheit nicht interessierte, obwohl z.B. "Rudi", eine der entscheidenden Personen der Glockchen verlogenen Räuberpistole im Gerichtssaal saß, und bereit war, als Zeuge auszusagen.

Weshalb ließ Mauck es zu, dass eine Räuberpistole, den Anspruch auf Wahheit vorgaukelnd, weiter einen Haufen Unwahrheiten und ausgedachter Zusammenhänge verbreiten darf über Personen, welche noch leben?

Frau Katja Havemann wird im Buch als Dümmchen hingestellt, die nichts mitbekommen hat. Die Freunde und Mitstreiter von Robert Havemann wurden alle hintergangen. Die kommen alle nicht aus dieser Welt, wenn sie meinen, Schmuggeln ist ehrenrührig auch, wenn damit Dissidenten bezahlt werden und die Geheimdienste ihre Netze spinnen können. Das grenzt schon an die Verteidigung von Banküberfällen zur Finanzierung revolutionärer Parteien.

Es mag sein, das es Menschen gibt, welche solche Gesetzesverstöße nicht als ehrenrühtig ansehen, aber weshalb hat Mauck es zugelassen, dass eine andere politisch-moralische Sicht der Dinge nicht schützenswert gegen Unwahrheiten ist?

Katja Havemann klagte gegen drei Personen, eine davon wohl mittellos. Jeder Anwalt weiß, dass gegen mittellose Gegner das Klagen sinnlos ist, erst recht bei hohen Streitwerden. Es hätte genügt, lediglich gegen Nicole Glocke oder Frank Böttcher als Verleger zu klagen.

Weshalb wurde nicht anstelle der langen Passagen, einfach kurz und bündig beantragt, alle Passagen zu Havemann, wie in der verlogenen Räuerpistole geschrieben, zu verbieten?

Was sollte die Klage auf eine Geldentschädigung von 20.000,00 Euro? Jeder Medienanwalt weiß, dass es eine Geldentschädigung oder Schmerzensgeld nur dann gibt, wenn es sich um eine schwere Persönlichkeitsrechtsverletzung handelt. 20.000 erhalten nur aktiv im Wirtschaftsleben tätige Prominente. Das ist Katja Havemann nicht. Hat Prof. Hertin nicht das geahnt, was der Journalost Thomas Moser, wusste, es ist nichts Ehrenrühriges, was im Buch unwahr sein könnte.

Mit einer Forderung nach Geldentschädigung und dem gleichzeitigen Verklagen mehrerer Personen wird inhaltlich nichts Zusätzliches erreicht, außer höherer Honorare für die Anwälte, höherer Gerichtskosten, und damit größerer Hürden für eine Berufung.

Herr Prof. Hertin hätte, nachdem er erkannt hat, wie Richter Mauck tickt, auf einem Beweisbeschluss pochen müssen, die Klage präzisieren, die Forderung nach einer Geldentschädigung zurücknehmen sollen. Es war ein Fehler, den Richter Mauck so einfach entscheiden zu lassen, und sich auf eine Berufung zu verlassen, ohne zu klären, wer das alles bezahlt.

Erneut haben die Zensoren und die Anwälte absiegt auf Kosten der Wahrheit und der Würde der unterlegenen Partei.

Für den Gerichtsbeobacher nichts Neues. Lediglich eine Bestätigung dafür, dass es der schlechteste Weg ist, die Wahrheit im Gerichtssaal zu suchen, und zu versuchen, mit Anwälten über Richter diese durchzusetzen.

[bearbeiten] Kommentar

Kataja Havemann musste gegen Eugen Mühlfeit, Nicole Glocke und Verleger Frank Böttcher klagen und in erster Instanz verlieren, weil sie keine Ahnung davon hat, dass Menschen des Typs eines zutiefst unangenehmen Eugen Mühlfeit und einer bestenfalls höchst oberflächlichen, nichts verstehenden Nicole Glocke unseren Richtern und Anwälten mit ihren moralisch-ethischen Werten viel näher stehen als Robert und Katja Havemann.

Heute hat wiedermal die Stasi mit ihren Zersetzungsmaßnahmen obsiegt. Kaputte Typen haben das Sagen und werden missbraucht.

Wir kommen aus der Zukunft, und wissen wo es hinläuft.

Was kann Katja Havemann von solchen Gerichten in diesem korrupten Staat erwarten, in dem Schmuggeln und Doppelzüngigkeit nicht ehrenrührig sind, sondern Vorraussetzung für den Erfolg und vor allem die Karriere?

[bearbeiten] Wir haben das Buch nun gelesen

Was soll man über das Buch von Nicole Glocke "In den Fängen von StB, MfS und CIA" schreiben?

Würde ich keine Ahnung haben, und nicht Betroffener der vom Buch erfassten Situationen gewesen sein, dann könnte ich als Unabhänginger einiges schreiben, auf die offensichtichen und versteckten Widersprüche hinweisen und die Unwahrheiten, die für jedermann nachweislich im Buch ausreichend zur Verfügung gestellt werden, hinweisen, um damit Nicole Glocke und Ihren Helden als unglaubwürdig, unausgeglichen, hinterhältig bewerten.

Als Freund von Robert Havemann, welcher seit 1966 bis zu seinem Tod ihn oft besucht, mit ihm viel diskutiert und polemisiert, mit Kind und Kegel nicht selten in dem kleinen als Wochennendhaus gebautem Haus in Grünheide übernachtet hat, stoße ich mich an den eindeutigen Unwahrheiten, welche mich an allem Anderen, was im Buch steht, zweifeln lassen.

  • So steht auf Seite 93:
Eugen selber hat die junge Frau [Katja Havemann] nur flüchrig wahrgenommen, denn Katja beteiligte sich nur selten an den Diksusiionen und kam meistens nur hinein, um Getränke oder Kuchen zu bringen.
Ich frage mich, wo kam Katja nur hinein? Robert Havemann saß immer im Sessel am Sofatisch, neben sich eine große Kognaktflasche, oder an der Schreibmaschine im Arbeitszimmer. Alle Gespräche und Diskussion fanden an diesem Sofatisch statt. Es war ein Raum mit einer Küchenecke. Wenn Katja Kaffee oder Essen zubereitete, war sie zu sehen, unsere Gespräche waren für Katja Havenmann immer gut zu hören. Sie diskutierte mit, man konnte ihr Fragen stellen, auch sie stellte Fragen. Katja Havemann war immer dabei.
Zwischen diesem Wohnzimmer und dem Arbeitszimmer gab es keine Tür. Auch wenn Robert Havemann in seinem Arbeitszimmer an der Scheibmaschine saß, war er zu hören, zu sehen und stand unter "Beobachtung" seiner Frau.
Es gab noch das Schlafzimmer mit einem großen Doppelbett ohne Tisch und ohne Stühle und das Kinderzimmer. Diese waren wahrlich durch eine Tür vom Wohn- und Arbeitszimmer getrennt, jedoch für keine Gespräche, geheime Übergaben geeignet und auch nicht dafür eingerichtet. Wo und wann hätte Robert die Bilder vor Katja Havemann verstecken können?
Die Beschreibung von Eugen Mühlfeit zeugt davon, dass er nie in dem Haus der Havemanns gewesen sein konnte, und von seinem Unvermögen, starke Frauen zu verstehen.
  • Auf den Seiten 92 und 93 wird ein Stasi-Dokument als "Beweis" für die Kontakte zwischen Eugen Mühlfeit und Robert Havemann verröffentlicht.
Die Historiken Nicole Glocke übersieht geflissenhaft, dass es sich um die Übersetzung aus dem Taschechischen handelt, und auf den Angaben von Eugen Mühlfeit als deren Zuträger basiert. Es ist weder das Ergebnis von Stasi-Beobachtungen noch basiert dieses Dokument auf Informationen irgend einer anderen Quelle. Der Unsinn war so offensichtlich, dass die Stasi es nicht für nötig hielt, der Sache nachzugehen.
In meinen Stasiunterlagen gibt es eine Anfrage des sowjetischen militärischen Geheindienstes an die Dresdner Stasi. Die Sowjets hatten von meiner Verhaftung erfahren und wiesen die Stasi darauf hin, dass es Hinweise gebe, dass ich ein chinesischer Agent sei. Die Stasi fragte nach - denn solche "Erkenntnisse" hatte sie nicht - worauf denn die Informationen beruhen. Die Anwort war ernüchternd. Es war die Vermutung einer psychisch Kranken aus einem Nachbarhaus, einer Russin, verheiratet mit einem hohen Robotron-Manager, die durchgedreht bei mir Ratschläge für ihre familiären Probleme suchte. Der Bericht strotzte vor Ungereimheiten, wie der von Mühlfeit. Es waren alles Phantasien einer Halbwahnsinnigen. Für die Stasi war der Fall nach kurzem Schriftwechsel mit den sowjetischen militärischem Geheimdienst erledigt. Es können Putins Leute gewesen sein, welche solche Informanten hatten, denn Putin war damals Resident des KGB in Dresden.
In dem aus dem Tschechischen übersetzten Dokument wird von einem Treffen am 6.1.1979 mit einer Person - geschwärzt - und dem Diplomaten aus der BRD - geschwärzt - berichtet. Frau Glocke hätte prüfen müssen, um wen es sich handelt, und diese Personen befragen können. Sie wäre zur Erkenntnis gekommen, dass es eine Fehlinformation ist. Hat Frau Glocke versucht, bei Wolfgang Reuter in Zeuten nachzufragen, bei dem Mann, der jahrelang alle Aktionen und Beobahctungen der Familie Havemann und seines Freundes- und Bekanntenkreises koordinierte und die Stasi-Entscheidungen traf?
  • Auf seite 97 heißt es:
Zusätzlich dazu dreht jemand alle Wasserhähne im Bad und in der Küche auf.
In der Küche gab es einen Wasserhan, im Bad zwei Wasserhähne. Die Küche war Teil des Wohnzimmers. Das Bad war über ein Vorzimmer erreichbar, es war von der Küche über dieses Vorzimmer getrennt. Ein gleichzeitiges Aufdrehen der Wasserhähne in Küche und Bad wäre Unsinn und lächerlich. Das Wasser lief leise. Konsperative Gespräche wurde draußen im Garten oder außerhalb des Hauses geführt, falls überhaupt.

Auf einen Widerspruch im Buch möchte ich trotzdem hinwiesen.

  • Auf Seite 99 wird der Held zitiert:
"Weshalb sollte ich widerrechtlich Geld abzweigen? Ich habe gut verdient und hätte mich nicht mehr im Spiegel betrachten können, weil die Künstler das Geld wesentlich dringender benötigten als ich. Außerdem gilt für mich: Reichtum liegt nicht im Portmonnaie, sondern im Herzen."
Dann berichtet Eugen Mühlfeit auf einigen Seiten weiter, dass er Bilder von Jiří Kolář verkaufte, um zu überleben. Also hat er Bilder behalten, geschenkt bekommen, was zweifelsohne als Honorierung anzusehen ist. Wer Künstler kennt, weiß, dass diese oft mit ihren Bildern zahlen. Das gehört zum Geschäft.

[bearbeiten] Interview mit Frau Nicole Glocke

Wir saßen nach der Verhandlung beim Italiener am Tegeler Weg. Frau Glocke saß uns gegenüber. Unsere Blicke kreuzten sich. Es funkte. Frau Glocke konnte mir nicht widerstehen, und fragte etwas schüchtern und verängstigt, darf ich Sie interviewen, in Hamburg? Sie wissen schon ... .

Anmerkung: Frau Glocke wird es bestreiten, dass es diesen Gespräch und das Interview gab. Soll sie doch klagen. Es gibt nichts ehrenrühriges, mich zu interviewen, und es funken zu lassen. Richter Michael Mauck wird das bestätigen. Richter Andreas Buske wird damit ebenfalls nichts zu tun haben wollen. Richter Schulz von der Internet-Zensurkammer 25 aus Hamburg wird sich voller Freude auf die Schenkel klopfen und vor Lachen sich nicht mehr einkriegen.

Die Überraschung ließ nicht lange auf sich warten. Bloß gut, dass ich vorsorglich für guten Wein und feines Essen gesorgt hatte. Das Doppelbett war frisch bezogen. Es duftete nach Toskanafeilchen.

Schon am nächsten Tag klingelte es an meiner Wohnungstür. Meine Mizekätchen Zimty und die liebe Taleja fühlten meine Freude und sprangen vor Glück bis an die Decke, sie tobten wie verrückt durch die große hanseatische Altbauwohnung.

Ich öffnete die Tür, da stand Sie, unbeschreiblich schön, elegant. Schmachtend zog es mich auf die Knie. Diese Ausstrahlung einer magic woman verschlug mir den Atem. Auf den Knien rutschend folgte ich ihr bis zum hübsch gedeckten Tisch. Zitternd zog ich mich an der Stuhllehne hoch. Wohlig erschauetrnd trafen sich unsere Blicke. Brunstig sah ich ihr tief in die Augen. Wir setzten uns gleitend an den Stuhllehnen stützende auf die Stuhlflächen an den geschmückten Tisch.

Frau Glocke kam gleich zur Sache. Sie zuckte - oh wie elegant - katzenartig ihr Notizbuch und begann zu krakeln.

Nicole Glocke: Herr Schälike. Sie hassen doch auch alle Kommunisten?

Diese tiefgründige Frage überraschte mich so, dass ich erstmal tief Luft holen musste.

Nicole Glocke: Au, ich wollte Ihnen nicht wehtun. Wir sind doch Kampfesbrüder, nein, Kampfesschwestern, nein, und nochmals nein, was sind wir ... ?

Rolf Schälike: Fragen Sie ruhig. Ihren Fragen kann ich nicht widerstehen. Jedes Wort, jede Frage aus Ihrem Mund sind für mich Erleuchtung.

Nicole Glocke etwas Furcht erregend: Sie haben doch mein Buch bestimmt gelesen?

Rolf Schälike log: Natürlich. Wie konnte ich es nicht lesen, dieses süße Buch.

Nicole Glocke: Ihr erster Eindruck?

Rolf Schälike: Es ist ein Buch über einen liebenswerten zu bedauernden Lebenskünstler. Mythen werden von Ihnen und Mühlfeit entlarvt. Verrückter könnte es nicht sein. Wie konnten Sie so gut alles erkennen und begreifen? Ich brauchte dafür mehr als fünftzig Jahre, und bin trotzdem noch nicht dahinter gekommen. Sie öffneten mir die Augen. Bewundernswert ihre Erkennnis, dass ohne die Geheimdienste nichts geht. Mühlfeit ist das leuchtende Beispiel dafür, arbeitete für alle Seiten, trickste alle aus. Und nun gibt es ein Buch über ihn. Er nähert sich der Ewigkeit, dem lieben Gott. Den gibt es doch?

Nicole Glocke: Hm. Und was sagen Sie zu Havemann? Sie waren doch sein Freund.

Rolf Schälike: Ist zwar alles gelogen in Ihrem Buch. Aber darauf kommt es nicht an. Klingt doch alles wahr. Bewundernswert, wie dieser kranke Mann, den ich in seinem Haus nie laufen sah, die Energie aufbrachte, den ihm unbekannten Dissidenten in Prag zu helfen. Wir wissen von Ihnen, dass er die Stasi nicht auszutricksen brauchte. Sie legalisierte sein Spiel. In der DDR gab es keine Gesetze, keine, die eigehalten werden mussten. Die Stasi bestimmte. Wenn etwas unter deren Augen geschah und mit deren Genehmigung, dann war das legal. Schmuggeln konvertierte zur Wohltat. Wie schön. Ich kann Ihnen nicht dankbar genug sein für diese neue Sicht der Dinge, für Ihre Entdeckungen.

Nicole Glocke: Sie schmeichenln mir. Ist es mir gelungen, den Bann, die Mauer, erzeugt durch Havemanns Freunde, die Birthler-Behörde und den Springer-Verlag zu durchbrechen?

Rolf Schälike: Bestens. Woher wussten Sie, dass der Richter Mauck gern gegen die Springer-Presse urteilt? Die Birthler-Behörde ist auch nicht gerade sein Liebling. Auch das wissen nur Eingeweihte. Es ist Ihnen gelungen, die kommunistische Opposition zu deskreditieren, geschickt und verstreckt. Alle Hochachtung. Jetzt haben Sie sogar den Beweis, das wunderbare Urteil eines der angesehensten Richters in Deutschland. Darf ich zitieren?

Nicole Glocke mit leuchtenden Augen: Natürlich.

Rolf Schälike liest aus dem Urteil, welches er auf geheimnisvollen Wegen schon vor der Verhandung erhalten zu haben vorgab: Der rechtliche Schutz der Persönlichkeit gemäß Art. 1 Abs. 1 GG endet nicht mit dem Tode. Geschützt ist bei Verstorbenen zum einen der allgemeine Achtungsanspruch, der den Verstorbenen insbesondere davor bewahrt, herabgewürdigt oder erniedrigt zu werden. Zudem genießt aber auch der sittliche, personale und soziale Geltungswert, den die verstorbene Person durch ihre eigene Lebensleistung erworben hat, weiterhin Schutz. Das Lebensbild eines Verstorbenen wird aber nur gegen grob ehrverletzende oder schwerwiegende Entstellungen geschützt. Bei Angriffen auf den durch die Lebensstellung erworbenen Geltungsanspruch genügt dabei nicht schon dessen Infragestellung.

Genügt Ihnen das?

Nicole Glocke: Zu abstrakt und zu umständlich. Kein Hinweis auf Geheimdienste. Kann doch nicht sein.

Rolf Schälike liest nun etwas Konkreteres vor: Auch wenn die Schilderung der möglichen Verwicklung Robert Havemanns in einen - nach den damals geltenden Gesetzen der DDR und CSSR - wohl illegalen Bilderschmuggel vor den Augen der Stasi, unter deren Überwachung er bis zu seinem Tod stand, die Frage aufwirft, wie dies denn möglich gewesen sein mag, obwohl das MfS sonst keine Gelegenheit auszulassen schien, Robert Havemann wegen geringfügigerer Vergehen einen Prozess zu machen und unter Hausarrest zu stellen, so ist dieser bloß „merkwürdige Eindruck" nicht geeignet, den durch die sonstige Lebensstellung Robert Havemanns als konsequenter Kritiker des DDR-Regimes und Bürgerrechtler erworbenen Geltungsanspruch grob zu entstellen oder auch nur in Frage zu stellen.

Nicole Glocke: Das ist schön. Ich liebe Richter Mauck. Markus Wolf hätte es nicht besser hingekriegt. Sie ahnen bestimmt, was ich zu diesem Spitzenmann der Geheimdienste fühle. Ich habe verstanden, dass man sich als Dreißigjährige auch in einen Achtzigjährigen verlieben kann.

Rolf Schälike hoffnungsvoll: Aber Liebe bringt auch Enttäuschungen. Haben Sie vor Enttäuschungen keine Furcht?

Nicole Glocke: Wie kommen Sie darauf? Die Geheimdiesnte mischen doch überall mit. Bei mir zu Hause war das täglich so. Dafür sorgte schon mein Vater, auch als er seine Romeo-Spiele trieb. Ich kann ohne den Geheimdienstlern nicht leben. Die Geheimdienste durchdringen mein ganzes Fühlen und Denken. Die sind überall. Mühlfeit ist mein Beweis. In meinem Kopf schwirren nur Geheimdienstler und die armen Menschen, welche von denen kaputt, zu Krüppeln und Geistesgestörten gemacht werden, falls nicht vorher umgebracht. Weshalb sollen es andere können, und sich den Geheimdiensten entziehen, mit denen nicht zusammen arbeiten? Havemann hat es auch nicht geschafft. Er hat für den tschechischen und den deutschen Geheimdienst Bilder geschmuggelt. Das ist nun gerichtsbekannt. Es ist nichts Ehrenrühriges. Das gehört zu unserem Leben.

Fortsetzung folgt.

[bearbeiten] Neuste Informationen

27.03.2010: Anonym wurde dem Gerichtberichterstatter mitgeteilt, dass Eugen Mühlfeit einem Erinnerungsfehler zum Opfer fiel. Mühlfeit verwechselte Robert Havemann mit Rainer Eppelmann. Den Bilderschmuggel mit Kenntnis und unter Aufsicht der Stasi erfolgte mit aktiver Unterstützung von Rainer Eppelmann. Die Villa von Robert Havemamn war in Wirklichkeit - wie Mühlfeit sich nun richtig erinnert - eine Berliner Kirche am Stadtrand. Wie Eugen Mühlfeit sich weiterhin gut erinnern kann, kam es zu Differenzen wegen der schlechten Lagerung der wertvollen Bilder in den feuchten Kellern der Eppelmanschen Kirche. Millionen Westmark gingen den tschechichen Dissidenten in Folge dieser Schlampigkeit verloren. Die finaziellen Verluste der Stasi waren angeblich der wesentliche Grund dafür, weshalb die Stasi Rainer Eppelmann verfolgte. Wegen Eppelmann verlor der Stasi Millionen bei der Finanzierung der tschechichen Dissidenten.

Rainer Eppelmann bestreitet selbstverständlich diese Darstellung wie eine aus der Luft gegriffene. Wir brauchen ihn erst gar nicht danach zu fragen.

[bearbeiten] Links

  • Klage von Erika Gaus gegen Nikole Glocke und andere. Landgericht Hamburg, Az. 324 O 438/10 - 14.01.2011
  • www.welt.de - 06.01.2010 - Frank Böttcher antwortet Udo Scheer
  • www.welt.de - 20.11.2009 - Udo Scheer "In den Fängen der Lüge"

[bearbeiten] Wichtiger Hinweis

Für diesen Bericht gilt, was für alle Berichte gilt: Alles, was in den Berichten steht, entspricht nicht unbedingt der Wahrheit. Beweisen können die Berichterstatter nichts; geurteilt nach den strengen Regeln der Zensurkammern, sind die Recherchen der Berichterstatter erbärmlich. Was in den Berichten in Anführungszeichen steht, ist nicht unbedingt ein Zitat. Oft wird eine falsche Zeichensetzung verwendet. Dafür haben schon mehrere Berichterstatter in Deutschland Heute gesessen. Die Berichterstatter möchten für ihre mangelnde Kenntnis der Grammatik und Syntax bzw. deren nicht exakte Anwendung nicht noch ein weiteres Mal ins Gefängnis. Was als Zitat erscheinen kann, beruht lediglich auf den während der Verhandlung geführten handschriftlichen Notizen. Auch wenn andere Texte, welche nicht in Anführungszeichen stehen, als Zitate erscheinen, sind es keine, denn beweisen können die Berichterstatter als Pseudoöffentlichkeit nichts. Auch Zeugen gibt es keine. Sowohl Anwälte als auch Richter werden sich an nichts erinnern - sie haben Besseres zu tun. Was merkwürdig erscheint, muss von Ihnen nicht unbedingt geglaubt werden. Eine Meinung besitzen die Berichterstatter von der Pseudoöffentlichkeit nicht. Es handelt sich lediglich um Verschwörungstheorien.

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